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Kleidungsformen und -Entwicklung

grau sind alle außerdeutschen Funde. Reihenfolge: Name oder Fundort, Aufbewahrungsort, Datierung.

(Männer-) Tunika

Tunika Typ 1
Typ 1: aus einem Stück "formgewebt"
Tunika aus Bourges F, 3. Jh. [1]
Tunika Typ 2
Typ 2: schmal mit Seitenschlitz
Tunika von Bernuthsfeld, Emden, 8. Jh. [1]
Kutte des Hl. Antonius, Padua IT, Anf. 13. Jh. [1]
Otto III.
Otto III., um 1000
BS Clm 4453
Tunika Typ 3
Typ 3: mit Seitenkeilen
Kutte des hl. Franz von Assisi, Assisi IT, Anf. 13. Jh. [1]
Tunika des Cangrande I della Scala, Verona IT, vor 1321 [1]
- Mönchskutten sind immer ohne Mittelkeil
Kutte Franz von Assisi
Kutte des Franz von Assisi in der Sta Chiara Kirche von Assisi (Foto: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon)
Tunika Typ 4
Typ 4: mit Seitenkeilen und Reitschlitz
Tunika aus dem Bocksten-Moor, Vadstena S, 14. Jh. [1]
Bockstentunika
Bocksten-Tunika, Museum Vadstena (Foto: Toxophilus, Wikipedia)
Tunika Typ 5
Typ 5: mit Seitenkeilen, Mittelkeil mit/ohne Schlitz
Skjoldeham-Tunika, Bergen NO, 10-11. Jh. [1]
Moselund-Tunika, København DK, 1050-1155 (c14) [1]
Kragelund-Tunika, København DK, 12. Jh. [1]
Tunika des Don Garcia von Kastilien und Leon, Burgos ES, vor 1146 [1]
Tunika von Söderköping, S, 1200-1243 [1]
Rønbjerg-Tunika, København DK, E. 13. Jh. oder 1180-1310 (c14) [1]
Herjolfsnes Nr. 39, København DK, 1413-1449 (c14) [1]
- mit seitlicher Schnürung:
Aljuba des Fernando de Cerda, Burgos las Huelgas ES, vor 1275 [1]
Tunika mit Taille Typ 6: Tunika mit Taillennaht, in Falten fallender Rockteil
Männerrock aus Bern, Bern CH, sp. 15. Jh. [1]
Stepprock aus Stendal, Stendal, sp. 15 Jh./fr. 16. Jh. (mit Zaddelungen [1])
Maennerrock aus Bern
Männerrock aus Bern (Foto:Hol63ger, Wikipedia)
Ärmelkugel - ab 10 Jh.: alle Tunika-Schnitte mit/ohne Ärmelkugel (Haithabu, Schleswig, 10. Jh.; Tunika von Moselund, København DK, M. 11.-M. 12. Jh.)[1]
 
- ab 12. Jh.: Tuniken nur noch mit Schulternähten, vorher beides möglich (frühestes mit: Martres-de-Veyre, Clermont-Ferrand F, 2. Jh.) [1]
 
- ab 1000 Tuniken gerne lang, zuerst bei Adel
- E. 12. Jh. lang überall üblich, außer bei Arbeitskleidung
- 12. Jh. Tuniken sehr körperbetont
mi-parti - ab 13. Jh. alle Schnitte auch in mi-parti (Elisabeth-Psalter von Cividale; Hortus Deliciarum von Herrad von Landsberg 1201 oder 1208) meist von Soldaten, Herolden, Pagen oder Stadtbeamten getragen mit den Farben des Wappen der Herren.
Söderköping S, zw. 1200-1243
- mi-parti ist der Vorläuferschnitt des ¼-Schnitts im 14. Jh.
- mi-parti ist auch der Vorläufer für die mittlere öffnung (mit Knopfleiste)
Mi parti
Mi parti (British Library, Add MS 42497, 1v)
- ab E. 14. Jh. wird Tunika wieder weiter und weist viele Verzierungen, z. B. Zadden/Zaddelungen oder Pelzfütterung auf (Stepprock aus Stendal, Stendal, sp. 15 oder fr. 16. Jh. [1])
- 15. Jh.-16. Jh. viele Kleidungsschichten übereinander
 
Zadden
Zadden (Foto: Thomas Luethi, Wikipedia)
- Material: meist Wolle

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Referenzen

[1] Katrin Kania, Kleidung im Mittelalter. Materialien - Konstruktion - Nähtechnik. Ein Handbuch. Köln/Weimar/Wien 2010.
Hinweise auf Buchmalerei: Margaret Scott, Kleidung und Mode im Mittelalter. Darmstadt 2007.
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