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18.09.2015 – Die Frage des Tages: Gab es im Mittelalter schon Zahnbürsten?

Nach unserer Kenntnis nicht. Hildegard von Bingen (1098-1179) empfiehlt für die Zahnpflege tägliches Ausspülen des Mundes, damit sich kein schleimiger Belag bildet.
Gregor von Tours (538-594) rät zu Zahnstochern aus Holz. Exemplare aus Buntmetall sind bereits aus Gräbern des Frühmittelalters bekannt.
Oft werden Zahnstocher und Ohrlöffelchen zu einem Set gebunden aufgefunden.
Das Kauen auf zerfasernden Stöckchen, wie Naturvölker es tun, kann auch für das Mittelalter nicht ausgeschlossen werden, ist aber archäologisch schwer nachzuweisen.

➭Riesencodex der Hildegard von Bingen (um 1175/1190): http://dfg-viewer.de/show/?set[zoom]=min&set[mets]=http%3A%2F%2Fdokumentserver.hlb-wiesbaden.de%2FHS_2%2Fmets17.xml

➭Michael Schäfer: (All)tägliche Toilette: Vom Kamm bis zum Zahnstocher: https://cma.gbv.de/dr,cma,012,2009,a,08.pdf