Das muss nicht so sein: es gibt aus althochdeutscher Zeit (zwischen 750 und 1050) die Begriffe „seiffa, seifa, seipha“ und Plinius der Ä. (23/24-79) berichtet sogar, es wäre eine Erfindung der Gallier. Auch die Römer verwendeten bereits Seife für ihre Frisuren. Selbst im Alten Testament (Jer. 2, 22) wird der Gebrauch von Seife zum Waschen erwähnt („Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der HERR“). Größere Verbreitung fanden die duftenden Kugeln aber hauptsächlich nach der Eroberung von Tyros (heute: Libanon) durch die Venezianer 1124, die daraufhin eine eigene Seifenproduktion aufbauten mit strengen Ausfuhrgenehmigungen. Erstes Auftreten dieser Seife nördlich der Alpen war im 2/3 13. Jh. Anleitungen zum Seifensieden finden sich seit dem 14. Jh. in Deutschland.
➭ Seifenrezept: Cod. Pal. germ. 638, fol. 21r-22v.
➭ H. Kühnel, Seife. In: Lexikon des Mittelalters, Bd 7, Stuttgart o. J., sp. 1710-1711.
➭ Seifenrezept: Cod. Pal. germ. 638, fol. 21r-22v.
➭ H. Kühnel, Seife. In: Lexikon des Mittelalters, Bd 7, Stuttgart o. J., sp. 1710-1711.