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16.10.2018 – Frage des Tages: Seit wann gibt es das Fegefeuer?

Das Fegefeuer ist eine Vorstellung, die lange diskutiert wurde und sich aus verschiedenen antiken Religionen speiste. Gregor der Große (+604) publizierte in seinem ‚Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum‘, dass Verstorbene an bestimmten Aufenthaltsorten von ihren kleinen Sünden gereinigt werden können. Im 12. Jahrhundert wird das Wort ‚purgatorium‘ für den Läuterungszustand der Seelen verwendet. Gleichzeitig erschienen auch die ersten Darstellungen des Weltgerichts mit Fegefeuer an und in Kirchen. Sehr drastisch schildert dann Dante (+1326) schließlich die Ereignisse im Fegefeuer in seiner ‚Göttliche Komödie‘ und es verfestigte sich in den Köpfen der Leute. Seit 1476 konnte der Sünder sich durch Ablassbriefe Erleichterung im Fegefeuer erkaufen, was letztendlich zur Reformation führte. Doch seit 1562 ist der Ablasshandel in der römisch-katholischen Kirche verboten. ➭Gregor der Große, Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum (Bd. IV)
Dante Alighieri, Göttliche Komödie (Kurzfassung)
➭L. Scheffczyk, Fegefeuer. In: Lexikon des Mittelalters, Bd 4, Stuttgart 1989, Sp. 328f.