Archäologisch gesehen gibt es keine Funde von paarigen Socken. Auch in der Kunstgeschichte wird das Motiv der unpassenden Socken und Schuhe gerne als Zeichen der niederen Herkunft genommen, beispielsweise in der Geißelung Christi, bei der die Schergen barfuß, mit unpassenden Schuhen oder nur einem Socken dargestellt werden (z. B. Lucas Cranach). Auch der verlorene Sohn trägt oft nicht zueinander passende Schuhe und/oder Socken (z. B. Hieronymus Bosch). Ob das Phänomen aber auch sprachgeschichtlich schon zu fassen ist, bleibt noch zu erforschen.
➭Katrin Kania, Kleidung im Mittelalter. Materialien – Konstruktion – Nähtechnik. Ein Handbuch. Köln: Böhlau Verlag, 2010.