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0.07.2017 – Frage des Tages: Wer konnte im Mittelalter schwimmen?

Der Aufenthalt in kaltem oder warmem Wasser gilt sowohl in römischer als auch germanischer Tradition als heilkräftig, nicht zuletzt ist die ältere Tauchtaufe zentrales Element des Christentums. Aktives Schwimmen ist eine der Sieben Ritterlichen Fertigkeiten, die von Lehrmeistern unterrichtet wird, so etwa an der Casa di Giocosa, die Vittorino da Feltre 1423 in Mantua eröffnete. Darstellungen an der Schwelle zur Neuzeit, z.B. das Narrenschiff von Hieronymus Bosch (gemalt 1496-1510) oder der Jungbrunnen von Lucas Cranach (gemalt 1546) zeigen geübte Schwimmerinnen und Schwimmer. Außerhalb des Adels gehörte Schwimmen sicher bei Ufer- und Küstenfischern zum Alltag, sei es zum Einrichten der Netze oder als Selbsthilfe bei einem Sturz ins Wasser.

Lucas Cranach, Der Jungbrunnen
Hieronymus Bosch, Narrenschiff
➭ Werner Paravicini, Zur Einführung: Formen, Funktionen, Inhalte von Erziehung und Wissen bei Hofe. In: Werner Paravicini, Jörg Wettlaufer  [Hrsg.], Erziehung und Bildung bei Hofe (Stuttgart 2002), 14-16.
➭ Wolfgang Behringer, Die Fugger als Sportartikelhändler. In: Wolfgang Weber, Regina Dauser, Faszinierende Frühneuzeit. Festschrift für Johannes Burckhardt (Berlin 2008) 115-135, bes. 117.
➭ G. Baader, Badewesen. In: Lexikon des Mittelalters, Bd 1, Stuttgart 2000, sp. 1340-1345.